Geschichte

Historisches von Hetzdorf und der Sumpfmühle

Die erste urkundliche Erwähnung Hetzdorfs bezieht sich auf das 1887 nach Hetzdorf eingemeindete Dorf Wüsthetzdorf. Im Lehnbuch Friedrich des Strengen ist 1349/50 die Ortsbezeichnung „villa Hectilsdorf desolata“ und 1378 „Heczelsdorff vorwüst“ zu finden. Das heutige Hetzdorf entstand südlich von Wüsthetzdorf aus Teilen des früheren Freigutes Niederschöna. Diese Streusiedlung wird ab 1409 erwähnt als Hetzelsdorff, Dorf des Hetzel (Namensform zu Hermann), 1454 als Hezcilsdorff und 1568 als Hetzdorff. Wüsthetzdorf wurde vermutlich im 17./18. Jahrhundert von Herrndorf aus wiederbesiedelt. Die sich nördlich an Wüsthetzdorf anschließende Siedlung Hutha wurde im Zusammenhang mit Erzlieferungen an die Münzstätte Freiberg wahrscheinlich vor 1511 erstmals erwähnt. Ab dem 16. Jahrhundert sind in Hetzdorf Bergbauversuche nachweisbar, die jedoch nicht erfolgreich waren. Der Grubenbetrieb wurde 1871 eingestellt.

Im 18. Jahrhundert lag die Grundherrschaft über Hetzdorf beim Rittergut Krummenhennersdorf, die von Wüsthetzdorf beim Rittergut Reinsberg, die Siedlung Hutha gehörte beiden Rittergütern an. Auf der Flur von Niederschöna entstanden, wurden Hetzdorf, Wüsthetzdorf und Hutha bis ins 19. Jahrhundert in mancher Beziehung als ein Ort angesehen. Gemeinsam mit Niederschöna bildeten sie bis 1836 eine südliche Exklave des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Kreisamts Meißen. Ab 1836 gehörten die vier Orte kurzzeitig zum Kreisamt Freiberg. Ihre Flur trennte wiederum den zum Amt Grillenburg gehörigen Ort Erlicht vom eigentlichen Amt ab, zu dem auch Herrndorf gehörte.

1856 wurden Hetzdorf, Wüsthetzdorf und Hutha dem Gerichtsamt Freiberg und nach Trennung von Justiz und Verwaltung im Jahr 1875 der Amtshauptmannschaft Freiberg angegliedert. Im Jahre 1539 ist Hetzdorf nach Niederschöna gepfarrt. Ab 1930 gehört das Dorf zur Kirchgemeinde Niederschöna-Oberschaar. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zählte Hutha gemeinsam mit Erlicht zur Gemeinde Herrndorf. Auf Grund der reizvollen, ruhigen Lage des Ortes direkt am Tharandter Wald, in der Zeit der Romantik als den schönsten Wald Sachsens bezeichnet, entwickelte sich in Hetzdorf schon um 1900 der Tourismus.

Am 1. April 1948 wurde die Gemeinde Herrndorf mit Hutha und Erlicht nach Hetzdorf eingemeindet. Durch die zweite Kreisreform in der DDR kam die Gemeinde Hetzdorf mit ihren Ortsteilen im Jahr 1952 zum Kreis Freiberg im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Freiberg fortgeführt wurde und 2008 im Landkreis Mittelsachsen aufging. 1974 erhielt Hetzdorf das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“, welches 2010 erneuert wurde.

Am 1. März 1994 wurde die Gemeinde Hetzdorf mit ihren Ortsteilen nach Niederschöna eingemeindet Diese Gemeinde wurde wiederum am 1. Januar 2006 nach Halsbrücke eingemeindet. Seitdem bildet Hetzdorf mit Wüsthetzdorf, Neuwüsthetzdorf, Hutha und Herrndorf den Ortsteil "Hetzdorf", währen Erlicht als eigenständiger Ortsteil der Gemeinde Halsbrücke gilt.

In Hetzdorf befanden sich einige künstlich angelegte Teiche, die einer früheren Öl- und Walkmühle dienten. Hier wurde später von den Hetzdorfern ein Freibad errichtet, welches sich auch schon in früheren Jahren selbst bei Dresdnern auf Grund seiner herrlichen Lage großer Beliebtheit erfreute. Im Jahre 1995 wurde an dieser Stelle das solar beheizbare Freizeit- und Erlebnisbad „Sumpfmühle“ eröffnet.

Unmittelbar neben dem Freibad befand sich recht bald die Ausflugsgaststätte Sumpfmühle. Die Sumpfmühle erwarb 1968 der frühere VEB Narva Brand-Erbisdorf und baute sie zu einem Kultur- und Bildungszentrum mit öffentlicher Gaststätte um. Nach 1990 übernahm Familie Wittig/Gliemann das Haus, errichtete den Hotelneubau, welcher heute das Hotel Garni ist, und eröffnete das "Hotel und Pension Sumpfmühle". 2018 übernahm die Lano Management GmbH das Objekt und führt es seitdem als Hotel Garni weiter, eine spätere Wiederaufnahme des Gaststättenbetriebes ist geplant.

(Quelle: auszugsweise Wikipedia)